(K)ein Geschäft mit Leads in der Immobilienbranche

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Für das Käuferportal ist es ein gutes Geschäft: auf einer Landing Page oder einem Ratgeberartikel für Immobilienverkäufer (Beispiel: https://www.testly.de/maklersuche-immobilienmakler-vergleich) werden kostenlose Wertgutachten oder einen neutraler Maklervergleich für den Verkauf der Eigentumswohnung oder das eigene Häuschen vorgestellt.

Möchten potenzielle Immobilienverkäufer von diesem Angebot Gebrauch machen, hinterlassen sie ihre Kontaktdaten: sogenannte Leads. Diese verkauft das Käuferportal an Immobilienmakler – ein Neukunde auf dem Silbertablett. Doch geht die Rechnung auf?

 

Objekte statt Auftrag

Für den Kauf von Leads müssen Immobilienmakler ordentlich Geld in die Hand nehmen. Beim Käuferportal beispielsweise kostet ein Lead, abhängig von der Region, etwa 180 Euro. Bei einer Mindestabnahme von drei bis fünf Leads pro Woche kommen 2.160 bis 3.600 Euro pro Monat zusammen. Unter’m Strich haben Sie als Makler jetzt zwar viele Objekte im Portfolio, aber noch keinen Auftrag.

 

Die Guten ins Töpfchen

Der Empfang des Berliner Büros von Käuferportal – dem Marktführer für Online-Leadgenerierung

Mit den erworbenen Leads haben Immobilienmakler eine bunte Mischung auf dem Tisch. Neben starken Leads, den Interessenten, die direkt einen Auftrag zuspielen, gibt es jede Menge schwache Leads. Da haben Sie Eigentümer am anderen Ende, die Sie in die Bütt schicken – nur, um den Markt zu testen.

Möglicherweise erweist sich ein Lead als Problemfall – nie erreichbar, schwer im Umgang oder schwach in der Entscheidung. Oft wollen Eigentümer nur die kostenlose Wertermittlung nutzen – ohne echte Verkaufsabsicht.  An Ihnen liegt es jetzt, die verwertbaren Linsen aus der Asche zu holen.

 

Immobilien-Leads als Wachstumsmotor

Leads bieten gute Chancen, das eigene Geschäft weiter zu entwickeln: Experten wie das Käuferportal haben das Sammeln von Leads perfektioniert und gelangen an verkaufswillige Eigentümer, die Sie als Makler kaum erreichen. Akquise bindet Ressourcen.  Mit Leads können Sie Geschäft generieren, ohne Ressourcen in aufwendige Kaltakquise zu stecken.

Die notwendigen 20 Termine pro Monat sind als Einzelkämpfer allerdings kaum zu bewältigen.

 

Ohne Garantie

Das Lead-Geschäft kann funktionieren – muss aber nicht: Ihr Lead-Abo verursacht hohe Kosten – und das unabhängig davon, ob es sich um monatliche Gebühren (z.B. 2000 Euro pro Monat beim Käuferportal) oder um ein Provisionsmodell (z.B. 35 Prozent der Maklerprovision bei Homeday oder 20 Prozent bei 123Makler) handelt. Dieser Investition steht keine Erfolgsgarantie gegenüber.

Leads werden meisten mehrfach verkauft, so dass Sie sich bei jedem Kontakt gegen andere Makler durchsetzen müssen

Die Leadqualität schwankt. So ist längst nicht jeder Kontakt ein Treffer.

Achtung: Meisten sind die Leads nicht exklusiv. Beim Käuferportal wird jeder Lead an drei Makler verkauft, so dass Sie sich bei jedem Kontakt gegen zwei Wettbewerber durchsetzen müssen

 

Die Mitspieler

Die bekanntesten Verkäufer von Leads in der Immobilienbranche sind:

kaeuferportal.de/dienstleistungen/immobilienverkauf/
homeday.de
hausgold.de
123makler.de
makler-empfehlung.de
makler-vergleich.de
www.maklerkompass.de
makler-scout.com
makler-vergleich.de
www.ihr-maklervergleich.de
immoleads-kaufen.de
www.maklervision.de (Region Bayern)

 

Welche Chancen bietet das Kaufen von Immobilien-Leads?

  • Spezialisierte Portale wie das Käuferporal haben das Sammeln von Leads im Internet perfektioniert und vermitteln verkaufswillige Eigentümer, die Sie als Makler nicht erreichen
  • Das Kaufen von Leads kann die Kaltakquise ersetzen und bietet neues Wachstumspotenzial
  • Für Folgeaufträge, die sich aus einmal vermittelten Leads ergeben haben, muss in der Regel keine weitere Zahlung mehr geleistet werden

 

Welche Nachteile gibt es?

  • Laufende Kosten ohne Erfolgsgarantie (beim Käuferportal ab ca. 2000 Euro monatlich) bzw. bei einer Provisionsbeteiligung sind die Kosten auch hoch (z.B. bei Homeday sind es 35% der vereinnahmten Maklerprovision)
  • Die Leads werden mehrfach verkauft – beim Käuferportal z.B. muss man sich gegen zwei weitere Makler durchsetzen
  • Leadqualität schwankt stark. Oft wollen Eigentümer nur die kostenlose Wertermittlung, mit denen die Leadportale meistens werben, nutzen und es besteht keine echte Verkaufsabsicht
  • Es bibt unseriöse Portale – z.B. Maklermeile.de hat laut immobilien-profi.de versucht, Makler mit Abofalle abzuzocken. Mittlerweile ist die Seite offline.

 

Eigene Erfahrung zählt

Vivien Hermel, Immobilienmaklerin aus Berlin, empfiehlt, nach dem Erwerb von etwa zehn Leads Bilanz zu ziehen: Entspricht der Anbieter den eigenen Erwartungen? Wenn nicht, sollten Sie wechseln.

 

Dranbleiben ist das A&O

Auch wenn der Kauf eines Leads die Kaltakquise ersetzen kann, fliegt der Kunde nicht als gebratene Taube in den Mund. Um den Kontakt zu einem Auftrag zu machen, braucht es Professionalität und Durchhaltevermögen. Möglicherweise verkauft der Kunde jetzt noch nicht, vergibt den lukrativen Auftrag aber in einem Jahr.

Was denken Sie? Lohnt sich das Lead-Geschäft für Immobilienmakler? Nutzen Sie jetzt die Kommentarfunktion und teilen Sie Ihre Meinung.

9 Antworten
  1. MS
    MS says:

    Wir haben mit dem Käuferportal der Firma BEKO GmbH aus Berlin zusammengearbeitet und das Urteil ist vernichtend.

    Uns wurde Adressen geliefert die zu 80 Prozent nicht verwendbar waren. Der Grund hierfür war, dass die Verkäufer keinerlei Interesse am Verkauf hatten oder nur ein vorgetäuschtes Interesse an einem kostenlosen Wertgutachten gegeben war.

    10 Adressen in der Woche verursachten rund 1.800 Euro pro Woche – insgesamt also 7.200 Euro zzgl. MwSt. im Monat. Darüber hinaus summierte sich die verschwendete Zeit für unnötige Fahrten (Die Häuser waren bis zu 40km von unserem Büro entfernt), Telefonate, Nachfass-Emails, sowie Wertgutachten. Manchmal waren bei unserer Ankunft die anderen Makler noch im Haus. Einige Male waren die Immobilien bereits im immoscout inseriert und seit Monaten mit utopischen Wunschpreisen über den Markt geschliffen. Dem noch nicht genug sorgte auch das Käuferportal selbst für zusätzlichen Ärger.

    Es gab Fälle unter den unbrauchbaren Adressen, in denen die Verkäufer nachweislich nicht an einem Verkauf interessiert waren, der Anrufer nicht der Eigentümer der Immobilie war oder die Anschrift der Immobilie nicht stimmte. In diesen Fällen beantragten wir eine Gutschrift beim Käuferportal. Allerdings kam es bei jeder einzelnen beantragten Gutschrift zu einer zähen Auseinandersetzung, da das Portal gemäß seiner AGBs nicht für die Qualität der gelieferten Adressen garantiert. Zu gerne hätten wir unseren Anwalt mit der Sache beauftragt. Der meinte aber schon, dass die AGBs leider wasserdicht sind und die Rechtsabteilung der BEKO GmbH zu mächtig.

    Das einzig Positive an der Geschichte war die vorzeitige Entlassung aus unserem Vertrag. Andernfalls hätten wir ein ernsthaftes Problem bekommen.

    Somit sind leider die von uns gemachten teuren Erfahrungen bezüglich des Käuferportals komplett negativ – aus kaufmännischer und aus menschlicher Sicht gesehen.

    Antworten
  2. Gero Lenz
    Gero Lenz says:

    Ähnlich erging es uns mit Hausgold. Dort werden die Leads auch an mehrere Makler
    verkauft. Da Hausgold mit einer kostenlosen Bewertung der Immobilie wirbt, die durch
    uns erfolgen sollte, sind ein Großteil der Leads einfach nichts wert. Wir haben für
    die Leads bezahlt, haben Kontakt aufgenommen und haben dann erfahren, dass die
    Besitzer nur eine Einwertung haben wollten. Wir mussten also für unsere Arbeit auch
    noch bezahlen. Wahrscheinlich sieht es bei den anderen aufgelisteten Anbietern ähnlich
    aus.

    Unter https://verbraucherschutzforum.berlin/2014-08-12/talocasa-und-die-kostenlose-immobilienbewertung-aus-unserer-sicht-nicht-viel-wert-171786 findet man übrigens Berichte von ähnlichen Fallen.

    Antworten
  3. h.klein
    h.klein says:

    Schön zu wissen, dass ich nicht der einzige bin, der so denkt. Hausgold war ja anfangs nicht schlecht, aber mittlerweile werden sie gierig.

    Antworten
  4. Appler + Wöhry Immobilien
    Appler + Wöhry Immobilien says:

    Um auf Käuferportal zu schimpfen, sollte man erst einmal verstehen, wie Käuferporal funktioniert. Käuferportal hat aktuell ganz schlechte Suchmaschinenoptimierer am Start. Daher müssen die alles über Suchmaschinenwerbung abwickeln. Ich kenne zu viele Kolleginnen und Kollegen, die sofort das Cashzeichen sehen $$$ – sobald sie das Thema Leads hören. Wenn Käuferportal auf alle Begriffe ranked, und die Werbegruppen sind schon extrem hochpreisig, verkaufen die uns die Leads entsprechend weiter. Aber Sie verteilen die Last auf möglichst viele Schultern um Ihre Margen zu halten. Eigentlich schneidet man sich selbst als Immobilienmakler ins Fleisch wenn man mit Käuferportal zusammenarbeitet. Bisher kenne ich niemanden, der mit Käuferportal wirklich reich geworden ist, außer natürlich Käuferportal selbst.

    Antworten
  5. Thomas A.
    Thomas A. says:

    Seit ca. 5 Wochen beziehe und arbeite ich mit Leads, die ich über http://www.immoleads-kaufen.de erhalten habe. Von den Leads wurden bisher 23 aus zeitlichen Gründen nicht bearbeitet. Bei 1 war der Teilnehmer nicht zu erreichen. Bei 9 war aus unterschiedlichen Gründen keine Möglichkeit gegeben. In der Angebotsphase befinden sich derzeit 10 und in der Abschlussphase befinden sich 7. Da jeder seines Glückes Schmied ist, werde ich zwangsweise Verkaufen (Erfolg ) haben. Die Höhe meines Umsatzes bestimme ich selbst. Betreuung und Service sind hervorragend. Die Unterstützungssoftware ist einfach und hilfreich. Die Qualität und Quote der Leads ist hervorragend, womit der Preis auch gerechtfertigt ist. Der Aufbau von neuen Mitarbeitern ist Dank der vorhandenen Möglichkeiten notwendig geworden.

    AMA Projekt und Entwicklung GmbH

    Antworten
  6. Nicolas Vilela
    Nicolas Vilela says:

    Ich habe einiges in der Richtung ausprobiert. Hat nicht funtioniert. Natürlich ist die Kaltaquise mühsam,aber ich spreche direkt mit dem Entscheidungsträger. Auch wenn er im Moment keinen Auftrag vergibt, habe ich einen Kontakt an dem ich durch ausgeklügelte Widervorlage dranbleiben kann. Das den gleichen Eigentümer auch andere Makler anrufen,liegt in der Natur der Sache und ist letztendlich Wettbewerb. Wer in der Branche nicht in der Lage ist selbst Aufträge reinzuholen wird auf die Dauer nicht überleben ! Lead verkauf ist der Verkauf von Hoffnung mit fragwürdigem Ausgang für den Makler.

    Grüße
    Nicolas Vilela

    Antworten
  7. J. Aldekamp
    J. Aldekamp says:

    Ich habe über Hausgold eigentlich gute Dinge gehört, selbst aber noch nicht mit Fremdleads gearbeitet. Mehrfach verkaufte Leads machen für mich keinen Sinn, es sei denn sie sind extrem günstig. Das kann alles nur bedeuten, sich genau erklären zu lassen wie die Leads generiert und dann verkauft werden. Oft sind das Aktionen die man als Makler mit Adwords & Co. und einer gescheiten Internetseite auch selbst hinbekommt und dann auch alleine steuern kann.

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