Drei Epic Fails aus der Geschichte der Immobilienwirtschaft

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Der heutige Blogartikel handelt von drei monumentalen Fails, die sich in der jüngeren Immobilienhistorie abgespielt haben. Skurrile Ereignisse und ungewöhnliche Kunden gehören für einige Immobilienmakler zwar zum täglichen Business, doch folgende Begebenheiten können mit gutem Gewissen in der Kategorie „zeitlos komische Härtefälle“ verbucht werden.

Das Verkaufstalent des George C. Parker

george-parkerIm frühen 19. Jahrhundert lebte George C. Parker, ein ambitionierter Geschäftsmann und Immobilienmogul, in New York City. Sein überaus angesehenes Büro verkaufte viele weltweit bekannte Objekte wie den Madison Square Garden, das Metropolitan Museum of Art, die Statue of Liberty, das Grant´s Tomb und die Brooklyn Bridge. Mit solchen Assets konnte Parker nur erfolgreich sein.

Viele von Parkers Kunden waren Einwanderer, die gerade erst in den USA ankamen und begierig investieren wollten. Das einzige Problem an der Sache war jedoch, dass Parker die von ihm angebotenen Bauten weder besaß, noch repräsentierte. Dieser Geschäftsmann gilt dadurch bis heute als einer dreistesten Hochstapler, die jemals gelebt haben.

Wenn man Erzählungen glauben darf, habe er einmal lediglich ein „Zu verkaufen“ Schild an der Brooklyn Bridge angebracht, um diese als sein Eigentum veräußern zu können. Anschließend musste er nur noch auf seine Opfer warten und schaffte mit dieser frechen Methode sogar, die Sehenswürdigkeit für 50.000 $ an den Mann zu bringen.

Nachdem sein Schwindel dreimal aufflog und er ebenso häufig verhaftet und wegen Betrug angeklagt wurde, erhielt er eine lebenslange Haftstrafe.

Darf´s etwas mehr Luxus sein? – Ponte City Apartments

pointe-city-apartmentsIm Jahre 1975 wurde das größte Gebäude Afrikas in Johannesburg erbaut, das beeindruckende 54 Stockwerke umfasst. Die riesige Villa zeichnet sich durch eine zylindrische Form und ein massives Atrium in der Mitte des Komplexes aus, welches als „the Core“ bezeichnet wird. Dieses luxusverwöhnte Herz durchflutet das Anwesen mit zusätzlichem Licht.

Obwohl uneingeschränkter Luxus der Extraklasse diese Residenz mehr als offensichtlich auszeichnete, blieben kaufwillige und damit extrem gut betuchte Interessenten bis heute aus. Kurz nach der Fertigstellung des Anwesens wurde dieses von lokalen Gangs übernommen und die Kriminalitätsrate stieg explosionsartig an. Nach und nach zogen immer mehr Mieter mit einem geringen Einkommen in den Komplex ein. Das führte in den 1990 er Jahren sogar dazu, dass das Anwesen „Luxus-Strafanstalt“ bezeichnet wurde.

Im Jahre 2007 wechselten die Ponte City Apartments die Eigentümer, die die Wohngegend neu beleben und die kriminellen Banden vertreiben wollten. Entsprechende Pläne waren bereits in vollem Gange, als die unerwartet eintretende Subprime Krise einen riesigen Schatten über den Immobilienmarkt warf. Mit ihr verloren sich wichtige Investoren und die damit verbundenen finanziellen Mittel, dieses Luxusprojekt abzuschließen.

So wurde das Anwesen wieder den früheren Besitzern übereignet. Die Ponte City Apartments sind seitdem ihrem Verfall überlassen und gelten als Sinnbild für einen großen Traum, der sich als einzigartig “epischer Fail” entpuppte.

Andre-Francois Raffray und seine größte Fehlinvestition

Jeanne-Calment-1996

Madame Jeanne Calment

Im zarten Alter von 90 Jahren schloss Jeanne Calment eine Vereinbarung mit dem Rechtsanwalt Andre-Francois Raffray. In diesem Vertrag, der 1975 in Kraft trat, hieß es, dass Raffray monatlich 2500 Francs an Madame Calment für den Rest ihres Lebens zahlen musste. Im Gegenzug konnte er nach ihrem Tod das von ihr bewohnte Apartment zu exakt dem Preis kaufen, den er bereits monatlich an sie überwiesen hatte.

Der 47-jährige Raffray zögerte angesichts der scheinbaren Schnäppchenimmobilie nicht, denn er vermutete, dass die Frau in einigen Monaten oder in wenigen Jahren versterben würde. Die Zeit verstrich, Monate wurden zu Jahren und Jahre entwickelten sich zu Dekaden. Nach 30 Jahren, in denen Raffray darauf wartete, das Apartment endlich kaufen zu können, verstarb er schließlich. Dabei hinterließ er seiner Witwe die Verpflichtung, monatlich 2500 Francs an Frau Calment zu zahlen.

Jeanne Calment hingegen schaffte das Unfassbare und ging als die älteste Person, die jemals gelebt hatte, in die Geschichtsbücher ein. Sie starb 1997 im sagenhaften Alter von 122 Jahren. Familie Raffray zahlte in diesem Zeitraum über 900.000 Francs an Madame Calment. Ihr Apartment war ungefähr ein Drittel dieser Summe wert.

Fazit

Der Immobilienmarkt hält tagtäglich neue Überraschungen bereit. Er zeigt auch, dass Menschen manchmal von reiner Geldgier getrieben sind und potenzielle Gefahren völlig ignorieren. Als Immobilienmakler ist es zwar unwahrscheinlich, dass man sich in oben Situationen genannten wiederfindet, dennoch ist es sinnvoll zu wissen, in welche Richtung man sich wirklich bewegen möchte und wann auf ein verlockendes Angebot verzichtet werden sollte.

Haben Sie als Immobilienmakler auch schon skurrile Ereignisse erlebt?

6 replies
  1. Norbert
    Norbert says:

    Die Geschichte von dem riesen Gebäude aus Afrika kannte ich schon, aber die mit Parker ist einfach nur frech. Aber die Raffray Story ist ja mal echt der Hammer! 😀 Danke für den Input,

    Gruß
    Norbert

    Reply
  2. Michael Steinkamp
    Michael Steinkamp says:

    Sehr interessanter Artikel.

    Die Mandanten haben immer öfter den Wunsch sich die eigene Immobilie zu verrenten. Ich finde das Thema recht schwierig, jeder möchte ein gutes Geschäft machen. Das geht nur wenn man mit fixen Zahlen rechnen kann, und das Lebensalter ist zwar im Durchschnitt kalkulierbar aber mehr auch nicht. Danke für den Artikel.

    Michael Steinkamp
    http://www.steinkamp.nrw

    Reply

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