Fach- und Sachkundenachweis für Immobilienmakler: Politik und Verbände diskutieren

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Ob die Suche nach dem persönlichen Traumhaus oder der perfekten Gewerbeimmobilie: Wer einen Immobilienmakler engagiert, trägt zumeist hohe Erwartungen an ihn heran: die Hoffnung auf einen Fachmann, der tiefgehende Expertise in Bezug auf Immobilienbranche und Marktentwicklung mitbringt. Umso paradoxer erscheint es, dass das so anspruchsvolle Berufsprofil des Immobilienmaklers bisher kaum an Voraussetzungen gebunden ist, welche die fachliche Qualifikation sicherstellen.

Immobilienmakler: Bislang kein klares Ausbildungsprofil

Die Berufsbezeichnung »Immobilienmakler« ist nicht geschützt, es gibt keine geregelte einschlägige Berufsausbildung. Für talentierte und engagierte Quereinsteiger bislang ein Vorteil: Lediglich die Erteilung einer Gewerbeerlaubnis gemäß §34c der Gewerbeordnung ist notwendig, um sich Immobilienmakler nennen und als solcher operieren zu dürfen. Lediglich in der Gewerbeordnung legt ein Passus fest, dass die Vermittler von Grundstücken, Wohn- oder Gewerberaum die Erlaubnis der zuständigen Behörde benötigen. Das erledigt die Kreisverwaltung, das Ordnungsamt oder die Stadtverwaltung. Wer volljährig ist und nicht vorbestraft, kann in der Regel problemlos ein Gewerbe anmelden und sich fortan als Makler verdingen.  Gleichzeitig ermöglicht das Fehlen strengerer Zugangsvoraussetzungen es aber schwarzen Schafen und unqualifizierten Akteuren, als Makler tätig zu werden.

Die Leidtragenden im Fall einer unseriösen Beratung sind nicht nur die Kunden, sondern die gesamte Maklerbranche. Der Immobilienbranchenverband IVD fordert daher besonders vehement die Einführung eines Fach- und Sachkundenachweises, der den Zugang zum Maklerberuf reguliert und gewisse Standards in der Branche sicherstellt.

Koalitionsvertrag sieht Sachkundenachweis für Makler vor

Mit seiner Forderung steht der IVD keineswegs allein dar: Im aktuellen Koalitionsvertrag der Regierungsparteien ist die Einführung eines solchen Sachkundenachweises für Immobilienmakler fest vorgesehen. Insbesondere sollen bundesweit einheitliche Bedingungen geschaffen werden; angedacht ist es, sich an den Standards verwandter Beratungs- und Dienstleistungsberufe zu orientieren und diese sinnhaft auf das Gewerbe des Immobilienmaklers zu übertragen. Erste Gespräche mit Verbänden wie dem IVD werden in dieser Hinsicht bereits geführt, klar definierte Eckpunkte und einen konkreten Zeitplan gibt es bislang aber wohl nicht.

Der IVD hat allerdings schon erste Vorschläge für mögliche Zugangsvoraussetzungen zum Immobilienmaklerberuf formuliert. Als Grundlage dient u.a. eine wissenschaftliche Studie des Berliner Centre for Real Estate Studies (CRES), welche die Notwendigkeit eines branchenspezifischen Sachkundenachweises nachdrücklich bestätigt.

Branchenverband IVD formuliert mögliche Rahmenbedingungen für Sachkundenachweis

Die Empfehlungen des CRES sehen in der Regel eine Kombination aus fachlich einschlägiger Ausbildung plus Berufspraxis vor. Denkbar ist der Abschluss als Immobilienkaufmann/-frau mit drei Jahren beruflicher Praxis; auch andere kaufmännische Berufsausbildungen sowie Studiengänge mit einem entsprechenden fachlichen Anteil relevanter Inhalte aus den Bereichen Wirtschaftswissenschaft, Bautechnik oder Recht sollen in Verbindung mit Berufspraxis und Zertifikatslehrgängen anerkannt werden.

fachkundenachweis-immobilienmakler

Vom IVD gewünschte Voraussetzungen zur Erteilung einer Gewerbeerlaubnis für Immobilienmakler und Verwalter

Für bereits im Gewerbe tätige »alte Hasen« soll es eigene Regelungen geben; im Gespräch ist die gesetzliche Verpflichtung zu regelmäßigen Weiterbildungen. Auch über die Einführung von Pflichtversicherungen — insbesondere Vermögens- und Vertrauensschadenhaftpflichtversicherung — wird debattiert, um die enormen Vermögenswerte besser abzusichern, die bei Transaktionen in der Immobilienbranche in der Regel im Spiel sind. Auch dieser Aspekt ist als Ziel im aktuellen Koalitionsvertrag verankert und von der Idee des Sachkundenachweises nicht zu trennen: Die Qualifikation der Immobilienmakler soll sichergestellt werden, damit nicht durch unseriöse Akteure mehr Versicherungsfälle verursacht werden und die Versicherungsprämien unangemessen steigen.

Ring Deutscher Makler (RDM) lehnt Reglementierung ab

Deutlich skeptischer ist der RDM. Er hat bereits im August letzten Jahres mit einem Positionspapier auf die Pläne der Bundesregierung reagiert. Darin befürwortet der Lobbyverband zwar die Einführung einer Haftpflichtversicherung für Vermögensschäden, die durch Immobilienvermittlung entstehen. Er verweist aber darauf, dass seine Mitglieder eine solche Police bereits vor Eintritt in den RDM nachweisen müssen.

Der Ring Deutscher Makler lehnt die Empfehlungen des Gutachtens ab. „Immobilienmakler, die bereits am Markt sind, beherrschen ihr Geschäft“, schreibt der Verband in seinem Positionspapier. Die Vermittler hätten durch kunden- und verbrauchergerechte Beratung nachgewiesen, dass sie sich durch Qualität auszeichnen. Daher sieht der RDM keine Veranlassung, eine Weiterbildungsverpflichtung für Immobilienmakler gesetzlich zu verankern. Die Mitglieder des Rings Deutscher Makler bildeten sich im Eigeninteresse und freiwillig regelmäßig fort. Dafür bedürfe es keiner gesetzlichen Reglementierung.

Um Entgegenkommen zu signalisieren, schlägt der RDM eine freiwillige Spezialisierung der Immobilienmakler nach Vorbild der Fachanwälte vor. Sie könnten sich zum Beispiel auf Schwerpunkte konzentrieren und dann Titel wie „Fachmakler für Mietwohnungsvermittlung“, „Fachmakler für Gewerbeimmobilienvermietung“ oder „Fachmakler für Hotelvermittlung“ tragen. Die Industrie- und Handelskammer wären laut RDM geeignete Partner, um entsprechende Prüfungen abzunehmen und Zertifikate auszustellen.

Allerdings betont der Maklerverband immer wieder das Prinzip der Freiwilligkeit. Jegliche verpflichtenden Regelungen über den Zugang zum Maklerberuf lehnt der RDM ab. Die Tätigkeit sei kein klassischer Lehrberuf. Wer Immobilien vermittelt, brauche Fähigkeiten, die weder in der Ausbildung noch beim Studium erlernt werden könnten: persönlicher Einsatz, Ausgleich zwischen Auftraggeber und Kunde und kaufmännisches Geschick.

Fach- und Sachkundenachweis für Immobilienmakler: Konkretes bleibt abzuwarten

Trotz erster Ideen zur inhaltlichen Ausgestaltung des Sachkundenachweises fehlt es aber vonseiten der Politik bislang an konkreten Punkten. Zur Ableitung notwendiger Handlungsempfehlungen und Rahmenbedingungen sollen zunächst quasi im Umkehrschluss beispielhafte Fälle mangelhaft qualifizierter Makler analysiert werden. Wie Sachkundenachweis, Pflichtversicherung und vor allem Übergangsfristen dann inhaltlich konkret gestaltet werden, bleibt also abzuwarten. Experten erhoffen sich eine positive Auswirkung auf das Image der Branche und eine langfristige Bereinigung des Marktes von unseriösen Akteuren. Eine Garantie, keinem schwarzen Schaf aufzusitzen, wird es aber wohl auch mit Fach- und Sachkundenachweis nicht geben: Charakter und Geschäftsmoral lassen sich eben auch mit Zertifikaten nicht erfassen.

43 replies
  1. RK
    RK says:

    Ich finde die Idee wirklich sehr gut. Es wird wirklich Zeit, das dass “Ich weiß nicht was ich machen soll… ob ich habs ich werde Immobilienmakler” Image endlich mal der Vergangenheit angehört. Ich selber bin ausgebildeter Immobilienkaufmann. Das Image ist leider durch diese sogenannten Wald-und-Wiesen-Makler zuemlich unten. Ich finde, wenn man die Möglichkeit bekommt mit nur einem Abschluss mehrere 1000,- Euro zu verdienen, sollte man auch vorher beweisen können, das man das KnowHow besitzt um die Courtage auch guten Gewissens zu kassieren. Wenn ein sogenannter Immobilienmakler nicht mal weiß… was eine Auflassungsvormerkung ist ider was Damnum bedeutet dann sollte dieser auch nicht auf dem Markt present sein. Es gehört meiner Meinung nach sehr viel mehr als der 34c dazu.
    Ich würde das neue Gesetzt sehr begrüßen.
    Danke
    RK

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    • A. Dilger
      A. Dilger says:

      Ich verstehe den Eingriff der Regierung nicht? Haben wir freie Markwirtschaft oder nicht? Wen will die Regierung eigentlich schützen? Wer hat denn einen Vorteil dadurch? Qualität setzt sich durch und wenn man gut ist wird man empfohlen. Aber als ob “guter Makler” sich durch einen Abschluss definieren lässen würde, diese Aussage finde ich schon sehr fraglich. Denn gerade in einem “Vermittlungsgeschäft” ist viel Persönlichkeit, Psychologie und Verhandlungsgeschick gefragt, das kann man in keinem Seminar lernen. Das persönliche Engagement macht mindestens 80% des Erfolgs aus und ich finde es nicht angemessen, wegen den restlichen 20% so ein Thema daraus zu machen. Jede Immobilie ist unterschiedlich, jeder Eigentümer ist unterschiedlich und es gibt manchmal Situationen, da muss man noch zusätzlich von Experten Rat holen, ob das Handwerker, Juristen, Finanzierungsexperten sind, wichtig ist doch das man weiß wie man erfolgreich abschliessen kann. Selbst ein IHK Abschluss oder eine Fachwirt reicht für viele Situationen nicht aus und wer meint, dass er immer ohne Experten auskommen kann irrt sich eben. Wichtig ist doch die eigenen Grenzen zu erkennen und ein gutes Netzwerk von Experten zu haben. Ich würde mich freuen, wenn die Verbände sich darum kümmern würden, dass wir Makler auch mal geschützt werden und sich auch stark machen, diese geschäftsschädigende Widerrufsbelehrung abzuschaffen. Irgendjemand aus der Regierung muss mal an schlechte Makler geraten sein, und startet nun seinen persönlichen Rachezug, ansonsten kann ich mir diesen Kreuzzug gegen unser Geschäft nicht erklären. Gerade habe ich erfolgreich ein Grundstück verkauft mit sechs verstrittenen Erben mit unterschiedlichen Interessen. Was ich für diesen Abschluss benötigt habe, steht in keinem Lehrbuch.
      Ich finde noch ein Gesetz für uns Makler überflüssig!
      AD

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      • Bernhard Schaus
        Bernhard Schaus says:

        Sehe ich ganz genauso! Meiner Ansicht nach sollten Vorschriften und Bürokratie generell nur dort eingesetzt werden, wo sie wirklich notwendig sind. Das gilt für Berufe wie z.B. Ärzte oder Piloten, die ungleich mehr Schaden anrichten können als ein Makler. Eine strenge Kontrolle sowohl der Personen als auch der beruflichen Abläufe kann dort lebenswichtig sein.

        Ich persönlich sehe nicht, dass Makler eine pauschale Bevormundung nötig hätten. Ich möchte sowohl als Makler uneingeschränkt von meinem Recht der freien Berufsausübung Gebrauch machen können, wie auch als Verbraucher mir selbst aussuchen dürfen, mit welchem Dienstleister ich zusammenarbeiten will. Wenn ich einen Makler mit offiziellem Sachkundenachweis beauftragen möchte, kann ich das ja auch jetzt schon jederzeit tun. Inwieweit dieser Nachweis vor unseriösen Anbietern schützt, ist fraglich. Ein ungelernter Makler kann den Job besser ausüben als jemand, der Immobilienmanagement studiert hat. Eine IHK-Ausbildung oder ein Studium macht aus einem Abzocker keinen seriösen Menschen. Dass ein professionell arbeitender Makler sich an bestehendes Recht hält ist selbstverständlich. Darüber hinaus gehende Regelungen schränken sowohl den Makler als auch seine Kunden ein.

        Wem also soll der Sachkundenachweis etwas bringen? Wahrscheinlich den Maklern, die diesen Nachweis schon haben und weniger lästige Konkurrenz möchten. Wahrscheinlich auch genau denen, die im Rahmen der Diskussion um die Mietpreisbremse meinten, eine Einschränkung des freien Markts durch gesetzliche Regelungen sei generell falsch.

        Freie Marktwirtschaft funktioniert so, dass sich der bessere Anbieter durchsetzt. Die bürokratische Absicherung durch Zertifikate, aufwendige und teure Zulassungsverfahren, gar die Verkammerung in einer Maklerkammer mit hundert Kammerbediensteten in jeder Stadt – das kann keine freiheitliche und marktwirtschaftliche Lösung sein.

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    • Grimm
      Grimm says:

      und Sprüche vom RDM wie Zitat :”Der Ring Deutscher Makler lehnt die Empfehlungen des Gutachtens ab. „Immobilienmakler, die bereits am Markt sind, beherrschen ihr Geschäft“, schreibt der Verband in seinem Positionspapier” sind doch Schwachsinn!! – die vielen Pfuscher, die am Markt sind, haben sich nur Ihre Lizenz 34c für ca. 250€ gekauft und haben von nichts ne Ahnung… man beachte die kleinen “Privatgesuche” … haufen versteckte kriminelle Massenhaften <— Inseratsfehler die Abmahnfähig sind … weil die Leute von Wettberwerbsrecht und UWG keine Ahnung haben… das lernt man auch nicht in dem 2 oder 3 wöchigen Kochkurs…
      3 Jahre IHK-Ausbildung ist meiner Meinung nach das mindeste!! Und nicht die 2 Wochen "Ich-bin-Makler.com" Kurse … da lernt man gerade was man verlangt und was man sich unterschreiben lassen soll 🙂

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  2. Sommer
    Sommer says:

    Da gehört die deutsche Rechtschreibung aber unbedingt auch dazu. Was nützt ein Immobilienkaufmann, der nicht richtig schreiben kann

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  3. D. Fischer
    D. Fischer says:

    Ich als Maklerin empfehle eine Zusatzausbildung als Sachverständige für bebaute und unbebaute Grundstücke (bereits zu Beginn meiner Laufbahn vor über 20 Jahren beim Institut Sprengnetter, in Kooperation mit KNI Prof. Klaus Nielen Institut für die Immobilienwirtschaft) erworben.

    Da trennt sich dann die “Spreu vom Weizen”.

    Seriöses Kaufmannsverhalten gegenüber Eigentümern und Kaufinteressenten im Tagesgeschäft
    setze ich als selbstverständlich voraus.

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  4. Xyz
    Xyz says:

    Ich bin gut geschult und bin ebenfalls Immobilienkaufmann doch jetzt auch noch einen Sachkundenachweis vorlegen zu müssen um sogen snte Schmarotzer mit tausenden von Euro ein Mietschulden die ja zügig die Wohnung wechseln bevor die Einträge in der SCHUFA landen , oder Mirtnomaden “gekonnt” eine Wohnung zu vermitteln und mich dann im Anschluss zu blamieren sehe ich nicht für notwendig. Dann sollen die Eigentümer die jetzt sowieso schon nichts bezahlen möchten sich ihre Mieter über die Zeitung über Scout oder sonst welchen Portalen anwerben und sich erst mal kräftig die Finger verbrennen !!!
    Manche sehen sich sogar schon soweit gezwungen ihre Firma im Ausland anzumelden weil dort andere AGBs gelten und dort sind Provisionen noch zulässig auch wenn die Wohnungen in Deutschland vermittelt werden der Staat zwingt manche arme Makler die sowieso schon mit dem Überleben kämpfen und nicht täglich eine Vermit manche sehen sich sogar schon soweit gezwungen ihre Firma im Ausland anzumelden weil dort andere AGBs gelten und dort sind Provisionen noch zulässig auch wenn die Wohnungen in Deutschland vermittelt werden der Staat zwingt manche Kleinunternehmer und Makler die sowieso schon mit dem Überleben kämpfen und nicht täglich eine Vermittlung haben auf Abwegen ihr Geld zu verdienen. Ich kenne jetzt schon Makler die ein Portfolio von 1015 Immobilien in der Schublade haben und sobald ein Kunde eine gewisse ausgewiesene Wohnung nicht will sie ihn dann natürlich einen Vertrag aufbrummen und plötzlich drei andere Wohnungen aufgenommen haben …

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    • xyz
      xyz says:

      muss mich für meine Rechtschreibfehler entschuldigen. Habe aus Wut mit dem beim fahren mit Handy diktiert::: Wie jetzt auch:-)
      Sorry

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  5. Hans Schöpper
    Hans Schöpper says:

    Ich bin seit 25 Jahren Immobilienmakler (staatl.geprüfter Betriebswirt) und musste mich Tag für Tag gegen Banken / Sparkassen und Kollegen behaupten. In dieser Zeit habe ich hunderte Immobilien (Burg/Hotel/Bauernhof/EFH/Gewerbeobjekt/Wohn-u.Geschäftshaus/Grundstück) erfolgreich vermittelt. Viele Kunden sind sogar zu guten Bekannten geworden. Das Image eines Maklers spricht sich schnell herum. Gerade in einer Kleinstadt kann sich ein “Blender” nicht lange halten. Natürlich braucht ein Immobilienmakler gewisse Grundkenntnisse (kaufmännische, rechtliche und bauphysikalische), doch ich lehne eine politisch motivierte Überregulierung strikt ab. Der dumme Spruch: “Wer nichts wird, wird Wirt” gilt, auch für die Immobilienbranche, nur bedingt. Niemand muss gelernter Küchenmeister sein, um ein Lokal zu eröffnen. Er braucht vielmehr Kreativität und einen Draht zu seine Gästen. Dann brummt der Laden. Ein guter Immobilienmakler wird man nicht alleine durch ein “wissenschaftliches Studium”. Da gehört viel mehr dazu. Ich bin auch vehement gegen die ausufernde EU-Regulierungs-Diktatur, die inzwischen kreative junge Menschenin vielen Branchen davon abhält sich selbständig zu machen. Ich vermute stark, dass hinter den Forderungen für umfassende Zulassungsvoraussetzungen für Makler vorallem die Banken/Sparkassen-Lobby steckt, die sich den Immobilienmarkt am liebsten alleine sichern würde. Freie Makler sind ihnen lästig, weil sie von ihrem Kuchen etwas abknabbern. Fazit:
    Klopft den Bank-Lobbisten auf die Finger. Denn die wollen sich damit gute – aber lästige – Wettbewerber vom Hals halten. Das zu fördern, kann nicht Aufgabe der Bundesregierung sein.
    UND: haben nicht große Immobilien-Skandale immer wieder gezeigt, dass es gerade die Banken/Sparkassen waren, die Kunden massenweise Schrott-Immobilien verkauften, indem sie ihr “gutes Image” und ihre angebliche “Fach-Kompetenz” nutzten und damit Immobilienkäufer “über den Tisch zogen” ?
    Und leider stehen die Gerichte meist auf der Seite solcher Bankster. Bankster, die durch uns Steuerzahler 2008 vor dem Ruin gerettet wurden.

    Mit freundlichen Grüßen
    H.Sch.

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    • Claus Stellmann
      Claus Stellmann says:

      Was gibt es hier noch anzumerken, sehr gut auf den Punkt gebracht ! Hier werden die LOBIYISTEN sich wieder den Kuchen verteilen. Das fängt bei den s.g. Maklerportalen an, welches sich die Telekom erworben hat, Horrende Preise und Marktsteuerung inclusive. Ein Makler hat selbst das Interesse , sich über die Qualität am Markt zu beweisen.

      Bekommen jetzt unsere Politiker, auch qualitätsnachweisenden Auflagen und wie werden sie diese erbringen? Wahrscheinlich wie immer, gar nicht ! Sehr schade!

      Claus Stellmann

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    • Thomas Büchel
      Thomas Büchel says:

      Ja, lieber Herr Schöpper ich teile Ihre Meinung und freue mich über jeden der diese Meinung vertritt. Die Allfinanz wird sich noch mehr ausbreiten, wenn TTIP kommt werden kleine Firmen und Makleragenturen hier in Europa vom Markt gefegt. Dann kommt die Allfinanz und eröffnet Callcenter für die Immobilienvermittlung, dann wird keiner mehr nach Qualifizierungen fragen. Und die Kunden, vornweg die Deutschen, werden es bergrüßen, da es sicherlich billger wird – Fehlberatung inbegriffen aber das macht nichts, Hauptsache billig. Ich bin 54 und seit nunmehr 35 Jahren Immobilienmensch, ich habe in den vergangenen 20 Jahren viele Veränderungen in der Branche erlebt und vermute die nächste große Veränderung steht vor der Tür. Für eine Qualifizierung von Maklern stehe ich voll ein, nur Engement und ein Nadelstreifenanzug genügen in diesem Beruf bei den heutigen Anforderungen schon lange nicht mehr. Makeln ist eine Sache für Menschen mit Verstand und Herz. Thomas Büchel Oberursel / Kelkheim

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  6. PR
    PR says:

    Ich habe vor rund 20 Jahren meine Ausbildung zum Immobilienwirt bei der DIA in Freiburg absolviert. Jedes Jahr schaue ich, dass wir alle auch immer noch Schulungen besuchen können, da sich doch in den letzten 2 Jahrzehnten auch immer was neues getan hat. Leider gibt es immer mehr neue ” Maklerkollegen” die zum Teil unwahrscheinliche Schäden anrichten. Erst neulich wieder hat ein Kollege einen Verkauf getätigt, ohne den geringsten Nachweis einer Finanzierung. Was dann zur Folge hatte, dass eine Rückabwicklung nicht ausblieb. Das schönste war allerdings, dass den ” Käufern” schon vorab der Schlüssel ausgehändigt wurde. Was natürlich die Katastrophe komplett gemacht hatte. Räumungsklage, Mietkosten, Notarkosten, Grunderwerbsteuer, usw. kamen auf den Verkäufer zu. Natürlich war der Kollege auch nicht mit einer Vermögensschadenshaftpflichtversicherung ausgestattet.
    Darum wäre es schon längst höchste Zeit den Beruf Makler einen anderen – besseren Stellenwert zu geben und hier jeden Makler einem Fachkundenachweis zu unterziehen. Eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung gehört ebenfalls schon lange als Verpflichtung jedes Jahr nachzuweisen.

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    • Martin
      Martin says:

      Das scheint ja ein ganz besonders gewissenhaft arbeitender Kollege gewesen zu sein 😀 Aber im Ernst: Wer erst eine dreijährige Ausbildung machen muss um den Sinn des Finanzierungsnachweises vor der Beurkundung zu verstehen, sollte sich sowieso vielleicht lieber gleich einen ganz anderen Beruf suchen 😉

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  7. Raimund Wurzel
    Raimund Wurzel says:

    Daß diese verantwortungsvolle Tätigkeit (ein Beruf soll es ja erst werden!) eine umfassende Sachkunde braucht, ist bei den Verbrauchern unumstritten. Das tradierte Maklerbild hat spätesten seit 25 Jahren ausgedient – es ist lediglich eine wertlose Antiquität geworden, an denen viele alte Makler noch festhalten. Das ist unverantwortlich. Helge Nobert Ziegler (BVFI) hat ein Papier für den Sachkundenachweis entwickelt. Zusätze und Ergänzungen von mir wurden eingefügt und sind jetzt im zuständigen Referat des Wirtschaftsministeriums. Nach meinem Wissen ist es das einzige vollständige Papier mit konkretem Inhalt und einer wichtigen Ergänzung: dem Honorarberater.
    Der Makler der Zukunft – der er in Praxis schon heute in einer großen Minderheit ist – wird zum zentralen Berater, der zunächst ein Grundbedürfnis befriedigen soll: das einer Lösung irgendeines Problems mit der Immobilie als Mittelpunkt – der beratende Generalist, der sich in besonderen Fällen Spezialisten dazu nimmt. Am Ende des Beratungsprozesses kann der Verkauf, die Vermietung, eine andere Finanzierung oder eine Lösung stehen, die wirtschaftlich, finanziell, persönlich/privat dem am nächsten kommt, was dem Eigentümer dient.

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  8. Petra Pohland
    Petra Pohland says:

    Auch ich bin seit 25 Jahren mit meiner Firma auf dem Markt.
    Ausbildung halte ich für sehr wichtig.
    Dennoch will ich auch einigen Vorrednern beipflichten: Makler sein ist kein Beruf, sondern eine Lebenseinstellung.
    Dazu gehört die ständige Bereitschaft, sich weiter zu bilden, nicht weil man es muß, sondern weil man es braucht und deshalb will.
    Dazu gehört der absolute Servicewille auch für Dinge, die man vielleicht nicht vergütet bekommt, aber die wichtig sind, um in der Sache voran zu kommen – auch zu Zeiten weitab eines arbeitnehmerfreundlichen 9 Stunden Arbeitstages von montags bis freitags.
    Fachwissen gehört dazu, und das sehr breit gefächert!
    Das beginnt schon bei den Unterlagen und deren Interpretation, geht weiter über eine sinnvolle Marktrecherche und Kenntnisse zur Wertermittlung. Dafür reicht ein nur wenige Stunden „mal reinschnuppern“ nicht aus.
    Dann die Präsentation am Markt: Darüber könnte ich Bücher schreiben! Auch dazu gehört mehr, als zu wissen, wo die Kamera am Iphone ist.
    Das Marketing wird in der Ausbildung, wenn überhaupt, dann nur sehr stiefmütterlich behandelt.
    Deshalb halte ich es für absolut erforderlich, die Ausbildung eines Maklers anders aufzubauen, als die eines Verwalters.
    Die Tätigkeit des Maklers hat mit der des Verwalters soviel zu tun, wie ein Hersteller von Bekleidung mit dem Verkäufer von Einzelanfertigungen in einer Boutique.

    Und man braucht Empathie, die man gar nicht erlernen kann sowie den Willen, exakt zu arbeiten und das immer und mitunter sehr schnell. Dabei den Überblick zu behalten, fiel vielen der Praktikanten, die wir im Rahmen ihrer Ausbildung betreut haben, am schwersten.

    Im Grundstücks-, Grundbuch- , Miet- und Bauplanungsrecht sollte man genauso zu Hause sein, wie im Umgang mit Computertechnik, dem Internet und Bildbearbeitung sowie Grafikprogrammen.
    Man muss zuhören können, man muss Ideen entwicklen können UND umsetzen. Und natürlich braucht man kaufmännisches und steuerrechtliches Wissen.
    Und … da wo ich arbeite (Berlin), sollte man mindestens das alles auch in englisch beherrschen.

    Über allem schwebt ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein.
    Wo sonst wird mit so großen Vermögenswerten umgegangen? Das da “Kollegen” ohne Vermögensschadenhaftpflichtversicherung unterwegs sind, ist unverantwortlich und daher unterstütze ich die Verpflichtung dazu ausdrücklich.

    Dass „alte Hasen“ sich gegen Einführung einer Prüfpflicht wehren, verstehe ich am allerwenigsten: Sie müßten doch alle Prüfungsfragen aus dem Effeff beantworten können!

    „Ach, Luise, laß…. es ist ein zu weites Feld“ (Theodor Fontane in Effi Briest)

    Herzliche Grüße
    Petra Pohland

    Reply
    • S. Drasdo
      S. Drasdo says:

      Hallo Frau Pohland,
      mit Ihrem Beitrag sprechen Sie mir aus der Seele!
      Ich sehe das genau so.
      Das was die meisten Kollegen am Markt präsentieren ist oft schlechter als von dem Privatverkäufer, der nur einmal im Leben eine Immobilie online stellt.

      Reply
  9. J. Becker
    J. Becker says:

    Der Ruf des Maklers in der Öffentlichkeit ist ja nicht der Beste und die qualifizierten müssen unter den schlecht ausgebildeten leiden. Wenn die schwarzen Schafe erstmal vom Markt verschwunden wären, würde unser Berufsbild auch wieder Anerkennung erfahren. Nicht nur Politik und Verbände, sondern wahrscheinlich nahezu alle seriös arbeitenden Makler unterstützen den Fach- und Sachkundenachweis.

    Reply
  10. S. Drasdo
    S. Drasdo says:

    Eine Qualifizierung der Immobilienmakler ist längst überfällig. Für mein Unternehmen habe ich von Anfang an vorausgesetzt, dass die Mitarbeiter entweder bereits Immobilienkaufleute sind oder diese Ausbildung zumindest begleitend beginnen.
    Ich kenne leider zu viele Kollegen, die ohne fundiertes Fachwissen in dieser Branche tätig sind. Das muss endlich aufhören!

    Reply
  11. Harald Heske
    Harald Heske says:

    Als technischer Betriebswirt und stattl. gepr. Elektrotechniker war ich über 20 Jahre als vertriebsverantwortlicher in leitenden Positionen in großen Unternehmen tätig.

    Vor 3 1/2 Jahren bin ich als “Quereinsteiger” nach einer “Immobilienmakler IHK” Qualifikation zu einem der Top Netzwerke in der Immobilienbranche gekommen.

    Nach weiteren 9 Monaten Einarbeitung/Ausbildung in einem Maklerbüro, flankiert mit unzähligen Fachlehrgängen (meistens am Wochenende) rund um das Thema Immobilien fühlte ich mich dann in der Lage ein eigenes Immobilienbüro zu führen.

    Beinahe wöchentlich höre ich in meinen Kundengesprächen die Klagen über unqualifizierte und schlechte Immobilienmakler.
    Natürlich gibt es unter den Immobilienmaklern sicher auch viele qualifizierte und professionelle Kollegen die einen richtig guten Job machen. Nur sind diese in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich in der Minderheit!

    Es würde der Branche verdammt gut tun, gerade im Hinblick auf neue gesetzl. Anforderungen (Bestellerprinzip etc.) endlich ein positives Image der Immobilienmakler zu erzeugen! Das geht sicher am besten in dem sich die Makler als professionelle und kompetente Dienstleister bei den Kunden profilieren.
    Eine Voraussetzung dafür kann nur eine fundierte und an den Anforderungen orientierte Berufsqualifikation sein.
    Harald Heske

    Reply
  12. U.Hinterkeuser
    U.Hinterkeuser says:

    Sie sprechen mir mit Ihrem Beitrag aus der Seele. Als alter Hase, 19 Jahre als Immobilienmakler tätig, wurde damals bei meinem Eintritt in den RDM jetzt IVD, eine Vermögensschadenhaftpflicht verlangt. Diese habe ich auch für mein Finanzierungs- und Versicherungsgeschäft abschließen müssen.
    Berufliche Qualifikationen werden in allen Berufen verlangt, warum daher nicht gerade hier, wo es um viel Geld und eine doch erforderliche gute Fachberatung im Verkauf geht. Sie ist sogar existenziell für den Kunden großer Bedeutung.

    Reply
  13. DH
    DH says:

    Eine Reglementierung dieses Berufs ist unbedingt zu empfehlen. Der schlechte Ruf dieses Berufs ist teilweise vor dem Bildungshintergrund einiger Kollegen und vor der Drückermentalität anderer Kollegen (vor allem der Einsteiger aus den Bereichen Kapitalanlagen, Finanzdienstleistungen) sehr gut nachvollziehbar.
    Am besten sollte eine gute IHK-ausbildung von 3 Jahren, ein ordentliches Berufsbild Vorschrift werden.

    Reply
  14. L. M.
    L. M. says:

    Sich aus der “unbequemen Zone ” heraus bewegen zu müssen ist immer unangenehm. Wenn man sich die Situation in Deutschland so betrachtet, so kann man nur mit dem Kopf schütteln. Um sich als Friseur/ Friseurin selbständig zu machen, bedarf es (nach meinem Wissenstand) nicht nur einer Ausbildung sondern auch den Meisterbrief! Als Betreiber eines Speiselokals wiederrum nicht mal eine Ausbildung, man kann also schlimmstenfalls den halben Ort “vergiften”, zumindest viele Menschenleben in ernsthafte gesundheitliche Schwierigkeiten bringen…
    Bei Immobilien handelt es für viele Menschen (klar nicht für alle) oft um das größte Vermögen, das sie sich in ihrem Leben anschaffen bzw. für die Verkäufer angeschafft haben…Eine professionelle Betreuung durch einen Immobilienmakler mit fundierten Kenntnissen, denke ich, wird von allen Parteien erwartet. Das Maklerbild muss in der Öffentlichkeit endlich einen höheren Stand und Anerkennung erhalten. So, wie einem der Steuerberaters sofort ins Gedächtnis kommt, wenn es um steuerliche Angelegenheiten geht, oder der Anwalt, wenn es um juristische Fragen handelt, muss es Ziel unserer Branche sein, das Image des Berufsbild “Immobilienmakler” zu fördern. Wie aber, soll dies zu bewerkstelligen sein, wenn dem nicht einmal eine Ausbildung, in welcher Form auch immer, vorausgeht..In Relation aber zu anderen Tätigkeiten schon eine fürstliche Entlohnung im Spiel ist.
    Also, raus aus der unbequemen Zone, sich entsprechend aus-/weiter-/fortbilden und dann wird sich auch a) das Maklerbild in der Öffentlichkeit, wie in anderen Ländern, zu einem ansehnlichen Beruf, dessen Leistungen man dann (hoffentlich) auch bereit sein wird, zu entlohnen und ständig in Frage stellt, und b) sich hoffentlich auch die Politiker in unserm Lande als Konsequenz Gedanken machen werden, das Maklerrecht zu reformieren, das aus dem 18. Jahrhundert seinen Ursprung findet und deswegen vielmals als “Richterrecht” gelebt wird. Ich denke, erst wenn wir uns als fundierte (ausgebildete) Fachleute präsentieren können, erhalten wir hier auch das Gehör und eine entsprechende Lobby.

    Reply
  15. Wolf , Axel
    Wolf , Axel says:

    Eine Qualifikation für Immobilienmakler ist eine sehr wichtige Sache. Warum es nicht gefordert ist liegt an der Trägheit der Politiker. Bei den vielen wohnungspolitischen Fehl -Entscheidungen und Versäumnisse der letzten Jahrzehnte, wäre eine Qualifikationsvoraussetzung für die Politiker aber sehr viel wichtiger. Ich denke keine Politiker hat in diesen wichtigen Fragen eine Ausbildung nachzuweisen, weder Herr Maas noch Frau Hendricks. Wie sonst können verfassungswidrige „Wohnraum –Vernichtungs- Programme“ beschlossen werden.
    Axel Wolf – Immobilienfachwirt IHK-

    Reply
  16. Hartmut Häusler
    Hartmut Häusler says:

    Endlich ein Schritt in die richtige Richtung! Der Beruf des Immobilienmaklers sollte von einer professionellen Ausbildung gepraegt sein. Es muss nicht zwingend eine IHK-Ausbildung sein. Es gibt auch andere, zum Teil hoeherwertige Ausbildungen. Aber es sollte zwingend eine kaufmaennische und eine immobilienwirtschafliche Qualifikation nachgewiesen werden. Die Fa. Haeusler Immobilien aus Beaunschweig http://www.immobilienmakler38.de unterstuetzt die Plaene yum Sachkundenachweis.

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  17. TSI Immobilien e.K. / Thomas Schröder
    TSI Immobilien e.K. / Thomas Schröder says:

    Nochmals zur Erinnerung, wie oben einführend zum Blog-Thema korrekt angegeben: Im aktuellen Koalitionsvertrag der Regierungsparteien ist die Einführung eines Fach- und Sachkundenachweises für Immobilienmakler fest vorgesehen. Also wird das auch so kommen, genau wie das Bestellerprinzip und die Mietpreisbremse. Damit zur eigentlichen Frage: Was bringt diese beschlossene Veränderung, was bringt sie wem an Vor- und Nachteilen ? Hier muss man differenzieren dürfen, zwischen Berufseinsteigern und Etablierten.

    Für die etablierten Immobilienmakler überwiegen m.E. die Vorteile auf ganzer Linie. Bislang kann jeder heute das Gewerbe anmelden und sich morgen als Immobilienmakler ans Telefon hängen um Termine zu vereinbaren. Franchise-Immobilienmakler-Gruppen und Nebenerwerbs-Immobilienmakler leben gut von diesem gesetztlich immer noch erlaubten Umstand. Es wäre also durchaus ein Fortschritt wenn die notwendige Ausbildung und Qualifikation vor dem ersten selbst-verantwortlichen Telefonat Prüfungs-verbindlich stattgefunden hätte.

    Die Nachteile ? Kann ich für etablierte = gestandene Immobilenmakler nicht erkennen. Die sind qualifiziert, sonst wären sie nicht erfolgreich. Die Nachteile erleiden im Moment genau die Kunden die sich mit solchen unqualifiziert auftretenden Immobilienmaklern auf eine Geschäftsbeziehung einlassen. Bedeutet Zeitverlust, wenn es im Ergebnis zu keinem Abschluss kommt oder wenn dieser ex-post schief geht, dann umso finanziell-schlimmer für alle Beteiligten.

    Fazit 1: Berufseinsteiger haben Ihre Qualifikation über so einen Sach- und Fachkundenachweis zu erbringen, das ist politisch beschlossen und in Summe ausschließlich nützlich für die gesamte Immobilien-Branche, nicht nur für die Immobilienmakler.

    Nun zu den “alten Hasen”, den Etablierten. Die werden nach den Plänen der Regierungskoalition “Weiterbildungen” und eine “Pflichtversicherung — insbesondere Vermögens- und Vertrauensschadenhaftpflichtversicherung” nachzuweisen haben. Wenn das mal nicht mehr als selbstverständlich ist. Es soll doch gerne mal einer versuchen in der heutigen Zeit eine z.B. Gewerbe-Flachdach-Bestands-Immobilie zu vermitteln, ohne Kenntnis der ENEV 2014, Anlage 3, Absatz 4, gültig für den Käufer ab 01.01.2016. Für die “Berufseinsteiger von heute auf morgen” chancenlos, für die “Etablierten” eine stets individuell-harte Nuss und ohne Detailkenntnisse nicht zu knacken. Da hilft auch kein Sach- und Fachkundenachweis weiter, das bleiben die Praxisfälle außerhalb der Theorie. Die nur die Profis lösen und zum Erfolg führen können, dafür verwenden wir unsere Zeit und unser Know-How. Was Profi-Immobillienmakler halt jeden Tag so machen, auf zig-Baustellen gleichzeitig und weit davon entfernt jemals Burn-Out zu bekommen…das ist bei uns normal und führt nicht zur Krankheit sondern ist Bestandteil der Leidenschaft an genau dieser Tätigkeit.

    Deswegen als etablierter Immobilienmakler Angst haben vor so einem Fach- und Sachkundenachweis wie er einem schlimmstenfalls selbst drohen könnte ? Das wäre eine sehr überflüssige Sorge. Die etablierten Immobilienmakler werden Übergangsfristen erhalten wenn Sie überhaupt betroffen sein werden. Das könnte davon abhängen wann das eigene Unternehmen im Handelsregister eingetragen wurde, je länger her desto eher Bestandsschutz – vgl. Versicherungsbranche. Die hatten das Thema vor ca. zehn Jahren sehr ähnlich als der sog. “Versicherungsfachmann” als Bedingung für die Tätigkeit in dieser Branche hochkam. Das war der schlechteste Fach- und Sachkundenachweis für diese Branche wahrhaftig nicht, seitdem ist da Ruhe eingekehrt, samt Untergang von Bunga-Bunga-Hamburg-Mannheimer – wenn auch heute Teil von “ERGO” geworden – und das kann der Immobilienbranche in Analogie gleichermaßen nur nützen.

    Fazit 2: Etablierte Immobilienmakler werden da abgeholt wo sie gerade stehen. Sie werden ggfs. eine Versicherung und Weiterbildungen nachweisen müssen, evtl. sich auch einem Fach- und Sachkundetest stellen müssen wenn das Unternehmen noch nicht lange genug besteht bzw. keine anerkannte Ausbildung nachgewiesen werden kann. Je nach Einzelfall und Betroffenheitsgrad wird man sich dem Thema eben stellen und es individuell zu lösen haben.

    Gesamtfazit: Klare Zugangsregeln für Berufseinsteiger sind völlig o.k. und überfällig, für die muss der Fach- und Sachkundenachweis zwingend kommen damit der Wildwuchs in der Branche aufhört. Etablierte Immobilienmakler müssen schauen wo sie stehen und ggfs. auch nachlegen, das wird man nicht anders regeln können. Also das Gesetz abwarten und sich dann entsprechend anpassen, wie immer.

    Ansonsten auch wie immer: Ausbildung in theoretischen direkten Fachkenntnissen ist notwendig. Zum hinreichenden Erfolg bei Immobilien gehört hingegen etwas ganz Anderes was keine staatliche Ausbildung jemals anliefern wird. Nämlich Talent im Verkauf, Psychologie, Rhetorik, Dialektik, Diplomatie, insb. Personality und Net-Working, dazu Internet/EDV/Werbung/Marketing – Das gilt für diese bislang sehr liberal behandelte Immobilienbranche naturgemäß extrem und wird dazu führen dass diejenigen Immobilienmakler die bisher erfolgreich waren es auch zukünftig sein werden. Dazu werden kommen zukünftig weniger unqualifizierte Neue von unten und dafür mehr Qualifizierte von oben – das ist doch in Summe gut und deswegen soll dieser Fach- und Sachkunde-Nachweis bitte eingeführt werden. Es wird sowieso ein Prozess über Jahre werden, nochmals der Verweis auf die Versicherungsbranche, die das Thema schon hinter sich gebracht hat. Ist da irgendein etablierter Versicherungsvertreter oder -makler pleite gegangen, wegen diesem Fach- und Sachkunde-Nachweis ? Ich kenne keinen und so wird es bei den Immobilienmaklern auch kommen.

    Also alles halb so wild, es wird kommen wie es kommt und danach wird es gut oder besser, jedoch keinesfalls schlechter – dieser Fach- und Sachkundenachweis ist längst überfällig und mehr gibt es zum Thema nicht anzumerken.

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  18. matt Rooster
    matt Rooster says:

    Der diskutierte Qulifikationsnachweis wird schon viel zu lange diskutiert. Es muss gehandelt werden.
    Die Anschaffung einer Immobilie ist für viele Menschen immer noch die Lebensinvestition. Die Zukunft ganzer Familien hängt über Jahrzehnte an der Auswahl der richtigen Immobilie. Die Vermittlung der richtigen Immobilie, und damit meine ich auch die Offenlegung möglicher Schwächen des Objektes, kann und sollte nur durch kompetente Fachleute geschehen.
    Makler sind nicht nur Verkäufer sondern im Wesentlichen auch Berater. Wir haben eine große Verantwortung und dieser sollten wir uns auch stellen.

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  19. Daniel Lutz
    Daniel Lutz says:

    Viele der “Sachkundegegner” in diesem Forum scheinen qualifizierte, gut ausgebildete und erfahrenen Fachleute zu sein, die man sich als Kunde nur wünschen kann. Ich denke man darf nicht den Fehler machen, von sich auszugehen. Als Sachverständiger der auch Kauf-/Verkaufberatung anbietet – noch dazu an einem derzeit überhitzten Markt in Grenznähe zur Schweiz – kann ich jeden Tag von sog. Maklern berichten, die ihre fehlenden Kenntnisse mit Dreistheit und Arglist auszugleichen versuchen.

    Ich habe lange gedacht, nur “der gute Makler” setzt sich durch. Ich werde leider immer wieder eines besseren belehrt – und damit bin ich nicht allein. Das Problem liegt doch unter Anderem auch daran, dass der Kunde die breite Gesellschaft ist und nicht unbedingt ein reflektiert handelnder, vorsichtig agierender Marktteilnehmer. Die schlechte Erfahrung aus der man lernen könnte, macht man in diesem Bereich nur einmal – und dann ggf. einmal zuviel.

    Wer in Deutschland ein Auto fährt, hat weit mehr Zeit, Energie und Geld investiert, als ein Makler das tun muss, um sich selbstständig zu machen. Eine dreijährige Ausbildung halte ich für eine Mindestforderung. Es geht um Vermögenswerte, die Existenzen zerstören können.

    Warum muss ein Handwerker denn in vielen Bereichen noch Meister sein, um seinen eigenen Betrieb zu eröffnen? Warum ist der Ruf von Maklern beispielsweise in Skandinavien ein ganz anderer? Wir sprechen doch nicht darüber, dass einem Fachfremden der Zugang verwehrt wird zum Beruf. Es geht darum, dass sich ein Ahnungsloser mit 1.000,- € in der Tasche und zwei Behördenanfragen SELBSTSTÄNDIG machen kann und Marktzugang erhält.

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  20. Grafik-Sektor IMMOBILIEN
    Grafik-Sektor IMMOBILIEN says:

    Da es sehr unterschiedliche Ausrichtungen und Spezialisierungen von Immobilienmaklern gibt, ist es nicht unbedingt sinnvoll, universell auszubilden. Wer ausschließlich Einfamilienhäuser verkauft, muß nicht unbedingt Spezialist in der Verwaltung großer Wohnanlagen sein.

    Speziell beim Thema Verkauf von Immobilien traue ich den etablierten Lobby-Vertretern / Immobilienverbänden nicht zu, das in die “Lehrpläne” zu schreiben, was im Hinblick auf Verkaufserfolg wirklich relevant ist. Es wird versucht werden, etablierte Strukturen zu verfestigen (- Protektionismus), anstatt die bisherige Ausbildung zu überdenken und durch weitreichende Veränderungen an den stark veränderten Markt anzupassen.

    Ausbildung ist wichtig, sehr sogar. Ich habe jedoch den Eindruck, daß z.B. heutige Immobilienkaufleute speziell in den für den konkreten Verkauf wichtigsten Feldern nicht angemessen ausgebildet werden, wir stellen daher niemanden mit dieser Ausbildung ein. Was helfen Fachkundenachweis und vorgeschriebene Ausbildung, wenn Sie nicht präzise die Anforderungen bestmöglich erfüllen, die der Markt an sie stellt. Ich habe daher Zweifel, ob verpflichtende Sachkundenachweise, welche auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen, geeignet sind, um die durchschnittliche Vermarktungsqualität von Immobilien zu verbessern. Vielleicht wäre die Förderung innerbetrieblicher Weiterbildung ein besserer Weg.

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  21. GM
    GM says:

    Vielleicht sollten Politiker und Verbände erst selbst einen Fachkundenachweis erbringen, bevor sie ihn bei anderen einfordern. Es rufen immer die nach Regulierungen, die daraus einen Vorteil ziehen. Wem soll das nützen ? Ehrlichkeit und Anstand kann man auch mit Ausbildung nicht erzwingen, und nicht jeder kleine Sparten-Makler muss sich in Bereichen auskennen, die er nicht bedient.
    Als Bauträger bin ich mit Maklerfirmen, die so stolz auf ihre gut ausgebildeten Mitarbeiter waren, schon viel schlechter gefahren als mit dem hier angeprangerten kleinen Maklern ohne “Ausbildung”.
    Zudem sind Kunden heute nicht mehr uninformiert, wenn es um Käufe geht, und als Verkäufer bestehe ich auch auf einen Finanzierungsnachweis. In letzter Zeit fände ich manchmal eine “Regulierung” des Kundenverhaltens angebrachter als eine Regulierung der Makler.

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  22. Dipl.-Ing. Axel Pantenburg
    Dipl.-Ing. Axel Pantenburg says:

    Ein irgendwie gearteter Abschluß mit einheitlicher Bezeichnung wertet den Berufsstand auf,
    kann unerfreuliche Elemente ohne Sachkenntnis eliminieren und endlich mehr Vertrauen zu dem
    Berufsstand begründen. Man darf aber nicht in den Fehler verfallen, unnötigen Ballast prüfen zu wollen und auch nicht die kaufmännische Komponente überbewerten. Einem Käufer muß vielmehr auch ein klares Bild vermittelt werden können, was er eigentlich kauft, wozu auch ein Mindestmaß
    an bautechnischer Kenntnis zählt. Auch die üblichen Passagen notarieller Verträge sowie Sinn und Struktur des Grundbuches dürfen vor dem Kauf kein Rätsel bleiben.

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  23. Brigitte Winterscheidt
    Brigitte Winterscheidt says:

    Habe nach meiner Ausbildung und mehrjährigen Tätigkeit im Notariat Mitte der 80ger Jahre den direkten Kundenkontakt und die Vertriebstätigkeit bei einer großen Bausparkasse kennen und schätzen gelernt. Damals wurde hier noch eine umfassende Vertriebsausbildung, die neben fachlichen Themen auch den Schwerpunkt Gesprächsführung, Konfliktbewältigung, Einwandbehandlung und Verkaufspsychologie beinhaltete, durchgeführt. Das war sehr hilfreich, da ich die fachlichen Voraussetzungen schon mitbrachte aber noch etwas Input in anderer Richtung brauchte. 1988 habe ich die Gewerbeerlaubnis beantragt und mich damals schon gewundert, das es so einfach war.

    Meiner Meinung nach sind fachliche Grundvoraussetzungen auf jeden Fall erforderlich. Ein Makler der nicht weiß, was im Grundbuch steht, was ein Erbbaurecht ist, welche Funktion eine Teilungserklärung hat u.v.m. kann diesen Beruf nicht kompetent ausüben. Da bin ich durchaus der Meinung, das bei Beantragung der Gewerbeerlaubnis nach §34c hier auf jeden Fall die Sachkunde nachgewiesen werden muss. Da heißt aber nicht, das jeder Immobilienfachwirt o.ä. sein muss. Die Basics müssen einfach vorhanden sein und das sollte sichergestellt werden. Da kann dann auch eine anders Aus- oder Weiterbildung mit entsprechenden Kenntnissen nachgewiesen und anerkannt werden. Nur ganz ohne Sachkunde geht es eben nicht. Ansonsten muss ein Makler auf jeden Fall gerne Dienstleister sein und Fingerspitzengefühl im Umgang mit anderen Menschen haben, sonst geht es nur mit Fachwissen auch nicht.

    Wichtig ist m.E. das unser Image gestärkt wird. In anderen Ländern ist der Beruf des Immobilienmaklers ein sehr ehrenwerter und nicht so negativ behaftet wie in Deutschland. Dort müssen aber auch bestimmte Basics erfüllt werden, um den Beruf ausüben zu dürfen.

    Es ist auch richtig, das Banken immer mehr versuchen, andere Makler zu verdrängen. Leider sind trotz der negativen Schlagzeilen immer noch viele Menschen der Meinung, Banker sind seriöser und kompetenter wie andere Makler. Das Gegenteil ist oft der Fall, wie ich aus persönlicher Erfahrung weiß. Dort sitzen nicht die vertriebsstarken, kompetenten Profis, sondern oft die reinen Verkäufer, die einfach ein sicheres Grundeinkommen haben wollen und keinen besonderen Ehrgeiz in der Vermarktung entwickeln. Warum auch? Akquise ist oft gar nicht erforderlich, da die Immobilien auf anderen Wegen bei der Bank landen z.B. im Zuge von Kreditvergaben, wo davon ausgegangen wird, das “natürlich” die Immobilie auch bei der finanzierenden Bank vermittelt wird. Es gibt dort immer genug Immobilien und die Vermittler müssen nur reagieren, wenn ein Kunde mit Abschluss droht. Das hat nichts mit dem Job eines selbstständigen Immobilienmaklers zu tuen, der seine Aufträge selbst beschafft und daran interessiert ist, diese auch zu vermitteln, da er nur Erfolgshonorar bekommt. Vergessen nur viele Kunden und ich erinnere gerne daran, wenn nötig!

    Letztendlich fehlt auch eine starke Lobby. Der IVD ist sicher bemüht und versucht, unsere Interessen zu vertreten. Letztendlich hat er aber auch eigene Interessen z.B. die angegliederte EIA, die von einer grundsätzlichen Ausbildung für Immobilienmakler und auch einer ständigen Weiterbildungsverpflichtung im großem Umfang profitieren würde. Sinn oder Unsinn solcher Maßnahmen wird wahrscheinlich nicht so genau hinterfragt, was ich unter wirtschaftlichen Aspekten sogar verstehen kann.

    Fazit: Grundvoraussetzungen sollten auf jeden Fall vorhanden sein und die Sachkunde muss geprüft werden, aber eine Überreglementiert und damit einhergehende Einschränkung der freien Marktwirtschaft lehne ich ab. Es wird derzeit schon genug von der Politik ” geregelt” z.B. Mietpreisbremse etc. Hier fehlt es oft an dem nötigen Sachverstand der Politiker und dient nur populistischen Zwecken, um von den wirklich wichtigen und unbequemen Themen abzulenken.

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  24. H.Thierlein
    H.Thierlein says:

    Das Image des Immobilienmaklers hat durch sogenannte “Quereinsteiger” ohne jegliches Wissen über diesen Berufszweig Schaden genommen. In diesem doch sehr sensiblen Geschäft wurde im “Hauruck Verfahren”, um evtl. auch schnelles Geld so nebenbei zu verdienen, vermittelt. Viele Leute haben keine Lust mehr, mit einem Makler zu arbeiten, da meinen Recherchen nach bereits jeder Zweite “Opfer” eines Immobiliendesasters geworden ist. Viele berufen sich auch auf die einzelnen Portale, bei denen Sie informiert werden, ihre Immobilie selbst zu vermarkten. Wenn dies zum Erfolg führt, wird der Kunde bestätigt, dass ein Makler überflüssig ist. Die meisten der bereits über viele Jahre tätigen Makler beherrschen ihr Geschäft von A-Z und sind sich durchaus ihrer Verantwortung bewusst. Dies betrifft auch jede Art von Weiterbildung.. Man sollte keinen Zwang ausüben, denn letztendlich verdienen nur wieder die Anbieter dieser Seminare. Es gibt auf dem Markt jede Menge sehr gute Immobilien Ratgeber; ebenso bieten Firmen wie Haufe u.A. absolut gutes Fachwissen, welches hier genau so bezahlt werden muss wie ein Seminar, an. Diese Lektüren, die sich über Jahre, wenn man auf dem Laufenden bleiben will, finanziell hoch summieren, sind zusammen mit der eigenen Einstellung dem Berufsstand gegenüber sehr nützlich und führen unweigerlich zum Erfolg.
    Es gibt keinen Menschen, der ohne das “nötige Gefühl” für den Beruf des Immobilienmaklers in Frage kommt und erfolgreich tätig sein kann. Fachwissen und Kompetenz sind selbstverständlich eine Voraussetzung, doch es zählen auch andere Werte wie Integrität, absolute Diskretion, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit.
    Fazit: man könnte ein Gesetzt verabschieden, bei dem “Neueinsteiger” Fachwissen nachweisen müssen. Der §34c sagt nicht aus, dass ein Erwerber die nötige Kompetenz mitbringt; er bedient nur die Tatsache zur Ausübung des Gewerbes. Es wäre eine Möglichkeit die Vergabe mit einer Fach-/Sachkunde Prüfung zu koppeln.
    Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es den meisten Kunden völlig egal ist, ob man eine Zugehörigkeit in einem der führenden Institutionen für Immobilien durch Aufkleber nachweist oder nicht; der Kunde möchte sich bei seinem Makler gut aufgehoben fühlen und er möchte zusammen mit ihm sein gewünschtes Ziel erreichen. Der Makler muss durch seine Leistung überzeugen, die er sich durch viel Wissen selbst erarbeitet. Auch ich bin “geprüfte” Immobilienmaklerin”; dies allein hatte aber keinen großen Einfluss auf meine Erfolge. Deshalb spreche ich mich gegen jeden Zwang aus. Für andere Berufe – selbst – für einen Wirt, ist seit vielen Jahren eine Fach-/und Sachkunde vorgeschrieben ist; somit wäre es auch hier nicht zuviel verlangt.

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  25. Xaver Kandler
    Xaver Kandler says:

    Diskussion hin und her – der Sachkundenachweis wird kommen – und das finde ich richtig so !
    Immobilienmakler “verwalten” sehr viel fremdes Vermögen und dies sollte unbedingt fachgerecht und mit Kompetenz erledigt werden. Ich gehe sogar noch weiter – es müsste das Recht für den Verkäufern festgelegt werden, dass das “alte” Maklerbuch zur Pflicht wird. Jeder Verkäufer sollte zu jederzeit wissen was mit seinem Vermögen passiert.
    Aber auch würde ich fordern – dass Immobilien in jeder Form, ausschliesslich über Fachleute vermakelt/vermittelt werden und auch nicht mehr von den Eigentümern selbst.
    Wie kann es sein, dass ein Waldeigentümer ohne entsprechendem Kettensägenkurs keine Bäume fällen darf und jeder 34c Besitzer enrome Werte vermarkten kann/darf ???
    Dass Immobilienverbände dies nicht so sehen, ist für mich völlig unverständlich.

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  26. Lars Rosenbrock
    Lars Rosenbrock says:

    Es stellt sich also die Frage der Sach- und Fachkunde. Wie kann man sie erwerben? Wer hat sie per se und welcher “Alte Hase” vielleicht doch nicht? Und wie kann sie eigentlich wer prüfen?

    Bevor auch nur eine dieser “Unter-Fragen” ernsthaft diskutiert wird, muss darüber geredet werden, wie sie denn nun ausieht, die zu beweisende und zu prüfende Fach- und Sachkunde.

    Aus einigen der vorstehenden Kommentare/Beiträge ergibt sich sinngemäß, dass ein Immobilienmakler idealerweise sowohl in finanziellen, steuerlichen als auch in baurechtlichen sowie vertragsrechtlichen Fragen beraten können soll. Klingt gut. Trotzdem: Einspruch! Wer fordert, dass ein Makler zukünftig im Zusammenhang mit einem Immobilienverkauf den Steuerberater, den Bausachverständigen (bzw. Architekten o. Statiker) ersetzen soll, schießt meins Erachtens weit übers Ziel hinaus, fördert potentiell gefährliches Halbwissen um nicht zu sagen Universaldilettantismus. In diesem Zusammenhang gibt sich dann auch der ganze Sinn der (wünschenswerten) Vermögensschadenhaftpflicht zu erkennen…

    Was also muss ich können, kennen, besitzen? Das Wissen um die aktuelle Marktsituation – selbstredend. Die Fähigkeit, das Wissen um den realistischen Wert einer Immobilie beiden künftigen Vertragsparteien zu vermitteln – unbedingt. Das Wissen um die einzelnen Schritte einer solchen Transaktion und die Fähigkeit sie zu erklären – natürlich. Die “soziale Intelligenz”, Ängste zu nehmen, Konflikte aus der Welt zu bringen, Verhandlungen zu fühen, bei der keine Partei ihr Gesicht verliert – ja. Das Beherrschen des einfachen Dreisatzes/der Prozentrechnung, um einem Investor oder Käufer zum Eigennutz zu erklären, worauf er sich in konkreten Zahlen einlässt – unbedingt. Und ja: Ich sollte ein Grundbuch und eine Teilungserklärung lesen können und und und. Aber was darüber hinaus? Muss ich einen Käufer über die steuerlichen Auswirkungen von Damnum, Disagio und Agio in seinem ganz persönlichen Fall aufklären können? Ich kann’s nicht. Der Vorredner RK, erster Kommentator dieses Themas (am Rande: ich finde es immer merkwürdig, wenn jemand nicht mit seinem wahren Namen hinter seiner Aussage steht) – ist der Meinung dass ich dann wohl nur ein “so genannter” Makler bin und am Markt nichts zu suchen habe. Darüber würde ich zumindest gerne streiten… Soll heißen: Es ist wie gesagt dringend angesagt, einen Konsens darüber zu finden, was “nötige Sachkunde” ist, ehe man sie fordert. Vielleicht auch publikumswirksam fordert, um sich vorsorglich selbst schon mal im Lager der “guten Makler” zuzuweisen.

    Meines Erachtens der wichtigste Punkt: Zu glauben, dass allein das Propagieren von geprüftem Wissen und Können ausreicht, das Ansehen unseres Berufsstandes dauerhaft zu verbessern, halte ich für reichlich blauäugig. Denn: Es muss vor allem auch die Bereitschaft vorhanden sein, seine Kenntnisse fair und ehrlich in der Vermittlung einzubringen und nicht den Abschluss – nun ja, sagen wir durch die Vermeidung bestimmter Themen zu erleichtern.

    In den vergangenen Monaten sind mir in live miterlebten oder zumindest aus unmittelbarer Nähe beobachteten Vermittlungen mehrfach “Alte Hasen” über den Weg gelaufen, die hart daran arbeiteten, den schlechten Ruf unserer Zunft zu untermauern. Herr F. aus U. beispielsweise, der versuchte, für die Weitervermietung seiner eigenen Wohnung in U. Provision einzufordern. Oder Herr B. aus W., der mir selbst erklärte, dass auch nicht genehmigte Fenster in einer Grenzwand Bestandschutz genießen würden. Dann war da noch Herr K. aus M. der in einem Expose ein real um fast 50 % übertriebenes Rendite-“Versprechen” für eine ETW abgab. Wieviele Exposes ich in den vergangenen fünf Jahren gelesen habe, die verschwiegen, dass die beworbene Immobilie ein Fertighaus war? Dutzende. Ob sich das mit dem Nachweis bautechnischer Kenntnisse ändern wird? Ähm, nun ja..

    Soll heißen: Wenn Sach- und Fachkunde geprüft und bescheinigt werden, müsste künftig der “Nichteinsatz solchen Wissens” juristische Konsequenzen nach sich ziehen, um die wirklichen schwarzen Schafe auch wirklich aus dem Rennen zu nehmen.

    Wohl 100 Prozent der IVD-Makler weisen im Abspann von Anzeigen und Exposes darauf hin, dass sämtliche gemachten Angaben auf den Informationen der Eigentümer beruhen würden und man nicht dafür haftbar gemacht werden kann, wenn da mal etwas nicht so ganz stimmt. Ob all diese IVD-Mitglieder es begrüßen würden, künftig auf diese Formel vollumfänglich zu verzichten und kraft ihrer geprüften Fach- und Sachkunde (sowie ihrer wünschenswerten Vermögensschaden-Haftpflicht) Verantwortung zu übernehmen? Und sei es beipielsweise nur für Qudratmeterangaben oder “übersehene” Rechte Dritter? Ohne persönlich werden zu wollen eine Frage an den Vorredner namens RK: Wenn Sie Ihren Kunden komplexe, steuerlich ggflls. relevante Themen wie Damnum & Co. erklären, dann sind Sie doch sicher der Multiplikation mächtig und übernehmen die Garantie für Quadratmeterangaben, oder?

    Zu behaupten, dass “Alte Hasen” per se gute Makler sind und ein Nebenerwerbs-Makler per se unwissend ist, geht an der Realität vorbei. Genauso wenig richtig ist m. E. eine Aussage wie “…alles unnötiger Kram, es sind ohnehin nur die “wissenden” Makler, die sich am Markt behaupten.” Dass es im Gegenteil oft genug jene Kollegen sind, die sich als Franchise-Nehmer einen Namen kaufen statt sich einen zu machen, oder die einfach nur am lautesten schreien (und das eventuell schon seit Jahrzehnten) und beispielsweise wider besseres Wissen versprechen, überhöhte Preise erzielen zu können, dürfte so mancher von uns schon bemerkt haben.

    Und nochmal: Natürlich sind klare Standards in Sachen Fachkunde wünschenswert. Aber deren Ausgestaltung will zuvor gut bedacht sein. Und dessen Prüfung auch, denn das “Zertifizierer-Wesen” hat sich in der Vergangenheit und in etlichen Branchen oft genug als Unwesen (und Gelddruckmaschine) herausgestellt. Durchaus vorstellbar, dass der eine oder andere Immobilienverband hier ganz neue Einnahmequellen am Horizont erscheinen sieht…

    Und auch in diesem Zusammenhang: Vielleicht ist es wirklich keine ganz dumme Idee, Makler einfach für erbrachte Fehlleistungen, Falschinformationen etc. stärker in die Verantwortung zu nehmen. Mögliche Stichwörter: Wandlung oder Rückabwicklung. Meines Erachtens würde dies den Markt spürbarer regulieren als das Abfragen auswendig gelernten Wissens, sehr zum Wohle von “Fortbildungsinstituten”. Nur so eine Idee…

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  27. Mike
    Mike says:

    Das Gutachten des IVD habe ich gelesen und stimme teilweise zu, allerdings können Sie rechtlich gesehen keine Nebentätigkeit ausschließen. Denn auch Politiker haben Nebeneinkünfte durch einen zweiten Job. So etwas darf in Deutschland unter keinen Umständen verboten werden!!! Dies kann keine Zulassungsvoraussetzung sein.
    Darüber hinaus hat dies nichts mit Sach- und Fachkunde zu tun um den Beruf des Maklers
    gewissenhaft und kompetent auszuüben.

    Reply
  28. Manu
    Manu says:

    Warum ist der IVD nur bei der Neugestaltung und kommender Rechtsordnung tatenreich, was ist eigentlich aus dem Bestellerprinzip geworden? Der Markt reguliert sich von alleine.

    Reply
  29. Hase alt
    Hase alt says:

    Sachkundenachweis ist keine schlechte Idee. Kann dem Beruf des Maklers eventuell ein bisschen bei der Imageverbesserung helfen.
    Alte Hasen Regelung — nun, ich bin 1990 ins Maklergeschäft eingestiegen und habe als provisionsabhängiger, freier Mitarbeiter bei einem alt eingesessenen Maklerbüro in meiner Heimatstadt angefangen.
    1993 machte ich mich dann selbständig und betrieb mein Büro bis 2007, übergab es dann einem Mitarbeiter, da ich ein Jobangebot einer großen Bauträgerfirma erhielt und dort bis April 2015 als Verkaufsleiter tätig war.
    Ich beschloss, wieder als selbständiger Makler zu arbeiten und stieg im August in meine (seit 2006 von einem ehemaligen Mitarbeiter geleitete) alte Firma ein, in der ich jetzt Mitinhaber bin.

    Ich kann also keine selbständige Maklertätigekeit in den letzten 8 Jahren vorweisen, bin aufgrund meiner 17jährigen Erfahrung mit dem eigenen Maklerunternehmen, und der langjährigen Tätigkeit als Verkaufsleiter einer großen Baufirma (Geschossbau/Häuser schlüsselfertig), sicher kein Ahnungsloser. Die “Alte Hasen Regelung” kann ich mir aber sicher abschminken.

    Wenn nun auch (bin 56 Jahre alt) eine Ausbildungspflicht dazu käme (Zugangsvoraussetzung Immobilienkaufmann z.B.)….nun, dann wird es interessant in meinem Alter. Sicher gibt es eine Menge ähnlich gelagerter Fälle, die lange Jahre selbständige Makler waren, in eine Beschäftigungsverhältnis (Bauwirtschaft/Verwaltung) gewechselt sind, und doch wieder selbständig sein möchten. Da werden wohl Stricke gedreht…..

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  30. Lars Rosenbrock
    Lars Rosenbrock says:

    Die Vorstellungen bzw. Vorschläge des IVD zum Sachkundenachweis liegen klar formuliert auf dem Tisch, und im IVD-Blog (http://blog.ivd.net/2015/10/sachkundenachweis-alte-hasen) klärt Bundesgeschäftsführerin Sun Jensch auf Nachfrage darüber auf, dass IVD-Mitglieder eine entsprechende Sachkundeprüfung aufgrund der Aufnahmebedingungen des Verbandes bereits hinter sich haben dürften. Zitat: “(…) da Sie als IVD Mitglied eine anspruchsvolle Qualifikation nachweisen müssen, werden Sie auch keine Prüfung ablegen. Schöne Grüße, Sun Jensch”

    Vergangener Samstag: Erstkontakt und Bestandsaufnahme bei einem älteren Herrn. Die Frage nach Marktwert und Vermarktbarkeit eines Bungalows aus der Mitte der Siebziger steht im Raum. Es ist ein vollunterkellertes Drei-Zimmer-Fertighaus mit 90 qm Wohnfläche und Garage auf einem schönen 600-qm-Grundstück. Wir geben unsere Einschätzung ab und bekommen erwartungsgemäß zu hören, dass man sich da aber schon mehr erwartet hätte, nämlich rund 100.000 Euro mehr. Auf unsere Argumentation und Erklärungsversuche gibt’s immer wieder dieselbe Antwort: “Ne, ne, lassen ‘se mal gut sein. Ein anderer Makler hat uns doch schon gesagt, dass das natürlich erzielbar sei. Auf Wiedersehen dann…”

    Noch am selben Abend ist das Haus im Internet inseriert – ausdrücklich als Massivbau mit 120-qm-Wohnfläche und fünf Zimmern, zwei davon im UG (dass weder in Sachen Raumhöhe, noch in Sachen Belichtung die Auflagen der Landesbauordnung von Rheinland-Pfalz erfüllt, um als Wohnfläche angerechnet zu werden!). Zu einem zum Bodenrichtwert “grundstücksbereinigten” Preis von rund 2000 Euro pro qm (echter) Wohnfläche. Wohlgemerkt: Wir sprechen von einem 1973er Fertighaus in Erstausstattung (Ausnahme: Ölheizung von 1997) in einem kleinen, infrastrukturbefreiten Ort.

    Montag morgen: Anruf beim Kollegen. Denn wie das mit dem Massivbau und der Wohnfläche im Keller denn zu verstehen sei, würden wir schon gerne wissen. Schließlich erleben wir gerade das, was für uns wirklich unlauterer Wettbewerb ist, für den Verkäufer ein gewagtes Versprechen und für einen Erwerber… Die Antwort am Telefon, sinngemäß: “Wirklich, ein Fertighaus? Das werden wir prüfen. Aber im Keller? Da war es doch eigentlich hell genug…”!

    Gegen Abend ist wohl alles kraft Fach- und Sachkunde geprüft. Jetzt ist in der Anzeige nicht mehr von einem Massivbau die Rede. Aber auch nicht von einem Fertighaus… Aus der Wohnfläche im Keller sind nun “bislang als Hobbyraum genutzte Räume” geworden. Die Wohnflächenangabe bleibt freilich unverändert (zu) hoch. Und auf den Preis hat all das natürlich keine Auswirkungen. Vielleicht wäre es ja auch zu peinlich, dem älteren Herrn gegenüber einzugestehen, dass man da noch mal über etwas reden müsste.

    Schade für den Herrn, für den krankheitsbedingt eine schnelle Veränderung der Wohnsituation wünschenswert wäre. Schade natürlich auch für uns, denn mit dem Versprechen der Konkurrenz können und wollen wir nun mal nicht mitgehen. Aber vielleicht liegen wir ja auch mit unserer Marktwerteinschätzung einfach nur himmelweit daneben.

    Der langen Rede kurzer Sinn: Fach und Sachkunde – so vorhanden – sind schön. Aber es kommt drauf an, was man draus macht bzw machen will. Auch eine “Eingangsprüfung” bzw. die Mitgliedschaft in einem Verband mit entsprechenden Beitrittsvoraussetzungen ändert nicht alles zum Positiven (außer für den Verband bzw. die die Sachkunde “zertifizierenden” Stellen). Die Qualität der in der Praxis geleisteten Arbeit (auch die von alten Hasen und XYZ-Mitgliedern) müsste künftig mehr auf dem Prüfstand stehen, sonst bringt jeder Sachkundenachweis nichts.

    Wie solch ein Prüfstand aussehen sollte? Ganz ehrlich: noch keine Ahnung. Aber vielleicht wäre für die ganz harten Fälle eine offensiv bekannt gemachte Schiedsstelle (mit gewissen Sanktionsmöglichkeiten ausgestattet) für alle Streitigkeiten ein Anfang – kein Ombudsmann, den keiner kennt, und der in irgendeinem Kellerbüro mit dem Schild “Achtung bissiger Hund!” vierteltags auf Laufkundschaft wartet.

    Ach ja: Auch im eingangs erwähnten IVD Blog haben wir die Frage gestellt, wie denn die von uns live miterlebte Sachkunde eines von uns nicht namentlich genannten Mitglieds so betrachtet und bewertet wird. Die Frage wurde bislang nicht freigeschaltet. Und Frau Jensch hat auch noch nicht geantwortet.

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  31. Lars Rosenbrock
    Lars Rosenbrock says:

    Und noch einer hinterher. Auch wenn’s nach fiesem Nachtreten aussieht, aber wir haben nun mal gerade einen ziemlichen Hals: Auf der Homepage des im obigen Vorgang erwähnten fachkundigen Maklerbüros mit IVD-Siegel gibt es einiges Erhellendes zum Thema Darlehenstilgung zu lesen:

    “(…) Bei einer Tilgungshöhe von zwei Prozent benötigen Sie 25 Jahre, um ein Darlehen mit einem Zinssatz von fünf Prozent zu tilgen (…). Bei einem Zinssatz von nur 1,3 Prozent ist mit Schuldenfreiheit erst in 40 Jahren zu rechnen. Die Begründung ist einfach. Bei der Tilgung eines Annuitätendarlehens haben Sie eine feste Kreditrate, die sich aus den Komponenten Zins und Tilgung zusammensetzt. Bei stetiger Darlehenstilgung nimmt die verbleibende Schuld im Laufe der Zeit ab. Dadurch sinkt auch der Zinsanteil in der Rate. Weil die Rate aber immer die gleiche Höhe hat, steigt automatisch die Tilgung. Sind die Zinsen bei Darlehensabschluss sehr niedrig, verringert sich auch der Zinsanteil entsprechend langsam. (…) Das bedeutet in der Praxis, dass die Darlehensnehmer einfach viel länger brauchen, um ein Darlehen komplett zu tilgen (…)”

    Ich habe leider nicht BWL studiert, und freue mich deshalb umso mehr, von erfolgreichen Kollegen mit attestiertem Sachverstand und wirtschaftsakademischem Hintergrund online zu lernen. Vielleicht rufe ich die Kollegen auch nochmal an, denn warum ich bei einer (Annuitäten-Darlehens-)Gesamtrate von 7 Prozent pro Jahr und darin enthaltener anfänglicher Tilgung von nur 2 Prozent schon in 25 Jahren schuldenfrei bin, bei einem Zinssatz von nur 1,3 Prozent und bei gleich hoher Rate und folgerichtig anfänglich 5,7 Prozent Tilgung aber erst in 40 Jahren – das will mir Kleingeist einfach nicht in den Kopf.

    Je niedriger die Zinsen, desto weniger verringern sie sich, desto länger zahle ich. Sollte das so einfach sein und die Höhe der monatlichen Rate keine nennenswerte Rolle spielen? Oder sollte ich der kaufinteressierten Kundschaft fernab aller mathematischer Spitzfindigkeit vielleicht doch lieber weiterhin erklären, dass niedrige Zinsen per se gut sind und im Allgemeinen tunlichst dazu genutzt werden sollten, hoch zu tilgen. Und ihnen, was das Spezielle angeht, raten, sich doch bitte im Einzelfall an einen guten Steuerberater wenden.

    Aber okay, in Zukunft werde ich es anders machen: Ich verlasse mich auf die Jungs, denn ich bin weder studierter BWLer noch besiegelter IVDler und die sind nun mal scheinbar beides. Homepage-Zitat: “(…)Eine abgeschlossene kaufmännische Berufsausbildung, eine Weiterbildung zum Geprüften Immobilienmakler (SGD,IHK), ein Studium der Betriebswirtschaftslehre und eine Aufstiegsfortbildung zum Immobilienfachwirt IHK sowie der regelmäßige Besuch von Seminaren der Immobilienbranche bilden für uns die Grundlage eines nachhaltigen Unternehmenserfolgs.” Soviel Selbstbewusstsein hinterlässt dann doch Eindruck.

    Vor allem bin ich nun völlig überzeugt, dass Sach- und Fachkunde durch nichts zu ersetzen sind. Nicht mal durch das Siegel eines interessenverbandes, ganz gleich wie dessen Name auch sein mag. Und deshalb fände ich’s eigentlich sogar am besten, wenn auch die ganzen dreifach Studierten und die ganz alten Hasen und ihre Angestellten ihre Fachkunde unter Beweis stellen müssten. Das wird ja für die ein Klacks sein. Und für die Callcenter-Experten von bluehomes & Co. wohl auch. Letzteren Gedanken finde ich übrigens beinahe schon amüsant…

    Reply
  32. Lars Rosenbrock
    Lars Rosenbrock says:

    Ein kurzes Update: Unsere offene, im IVD-Blog gestellte Frage wurde unverändert freigeschaltet, der Sachverhalt und die sich daraus ergebende Fragestellung sind für jeden Interessierten zu lesen. Die IVD-Geschäftsführerin Sun Jensch zeigt sich interessiert an dem Vorgang und will ihn prüfen. Zitat: „(…)Wir haben als Verband ein ureigenes Interesse daran, die Qualität und die Sachkunde unserer Mitglieder zu gewährleisten und sicherzustellen(…)“

    Wie gesagt: Eine bloße „Eingangsprüfung der Sach- und Fachkunde“ wird unseres Erachtens nicht viel verändern. Es wird, wie heute schon, darauf ankommen, was man (alte Hasen ebenso wie neue Profis) aus seiner Sachkunde macht/machen will. Insofern begrüßen wir die Aussage von Frau Jensch sehr.

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